
Diese zweitägige Reise führt Sie von den Skipisten am Ben Lomond und der Altstadt von Evandale nach Norden durch das ländliche Zentrum der Insel in die Hauptstadt Hobart. Obwohl Tasmanien für seine Sträflingslager aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist, war es durchaus auch eine traditionelle Kolonialgesellschaft, die von den Arbeitskräften, der Produktion und den Unternehmen der freien Siedler unterstützt wurde. Eine Rundfahrt über den Heritage Highway zeigt Ihnen Städte, in denen seit Anfang des 19. Jahrhunderts Bauern und Viehzüchter gelebt haben. Die breiten Straßen von Longford, Campbell Town, Ross und Oatland werden von historischen Gebäuden und Antiquitätenläden gesäumt, während ein Stück abseits der Hauptstraße schön restaurierte, öffentlich zugängliche Herrenhäuser stehen, die einst dem Landadel gehörten.
Ein Großteil der Heritage Highway Route folgt dem Midlands Highway (A1) – die Hauptverbindung zwischen den Einwohnern im Süden und im Norden Tasmaniens. Da der Midlands Highway heutzutage viele der historischen Orte der Tour umgeht, gibt es noch mehr Gründe, das Auto abzustellen und zu Fuß in Ihrem eigenen Tempo durch die ruhigen Straßen zu spazieren, Kunst, Kunsthandwerk und Antiquitäten zu entdecken, den Duft von frisch gebackenem Landbrot und die friedliche Geräuschkulisse des Landlebens zu genießen.
Evandale ist eine bunte Stadt mit Persönlichkeit – besonders an Sonntagen, wenn internationale Touristen oder Besucher aus dem nahe gelegenen Launceston sich auf dem Kunst- und Kunsthandwerksmarkt unter die Einheimischen mischen. Im Süden liegt die Ross Bridge, ein Meisterwerk der Steinmetzkunst ehemaliger Sträflinge aus dem Jahr 1836. Ihre eleganten Bögen sind mit komplexen gemeißelten Fronten geschmückt. Oatlands, das noch etwas weiter im Süden liegt, besitzt die größte Ansammlung georgianischer Architektur des Landes. Westlich des Highways liegen die Seen und Flüsse des zentralen Hochlands Tasmaniens – die Stadt Cressy bezeichnet sich selbst als Hauptstadt der Bachforellen-Fischerei.

Wenn Sie am nördlichen Ende der Route beginnen, besuchen Sie Evandale, eine hübsche Kolonialstadt mit georgianischen Gebäuden, deren Anfänge bis in die 1820er Jahre zurückreichen. An Sonntagen können Sie frische Produkte, Kunst, Kunsthandwerk und Hausgemachtes auf dem Evandale Market in Falls Park erstehen. Die Tasmanian Gourmet Sauce Company ist ebenfalls sehr interessant (für das Auge und den Gaumen!), genau wie das größte Topiari, die größte Formschnittgärtnerei des Landes.
Jeden Februar finden in der Stadt die international bekannten Hochrad-Weltmeisterschaften statt – man würde erwarten, dass die Fahrer solcher Räder Zylinder und Frack tragen, aber in Wirklichkeit sehen Sie eher wie Rennradfahrer aus.
Eine „alternative” Strecke nach Evandale führt über Ben Lomond, das nur 40 Autominuten von Launceston entfernt liegt – nehmen Sie die Straße nach White Hills und folgen Sie den Schildern. (Auf dem Rückweg nehmen Sie in White Hill die Abzweigung nach Evandale.)
Ben Lomond ist die größte Bergregion Tasmaniens und bietet die besten Skipisten des Landes sowie das höchstgelegene Hotel. In den wärmeren Monaten ist dies ein spektakulärer Ort, auf einer Wanderungen die Natur zu beobachten, wobei man bei den traumhaften Ausblicken schnell Lust bekommt, sich im Klettern zu versuchen, eine Tour mit dem Mountainbike zu unternehmen oder einen kleinen Abseil-Ausflug zu machen.
Nach Evandale geht es weiter zum noblen Herrenhaus Clarendon, das nur 11 km weiter südlich am Ufer des South Esk River liegt. Flanieren Sie durch die eleganten Räume und genießen Sie den Ausblick auf den weitläufigen Garten, die schönen Parks und die urtümlichen Farmgebäude.
Ebenfalls am Ufer des South Esk liegen Perth und Longford, jeweils 20 Minuten von Evandale oder Launceston entfernt. Machen Sie in Perth am Flussufer ein Picknick oder eine Mittagspause in Longford, das bei näherer Betrachtung wie eine englische Kleinstadt wirkt. Im Herbst erstrahlen die Bäume in prächtigen Farben.
In Longford können Sie das Skulduggery-Spiel „Where there’s Smoke“ spielen, das den Spuren von Sträflingsbewacher und Meisterdetektiv John James folgt. Longford ist eine von drei Städten am Highway, die Skulduggery-Gastgeber sind – die anderen sind Ross und Oatlands. Diese Spiele sind eine tolle Gelegenheit, ein Gefühl für das Leben der Einheimischen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu bekommen und gleichzeitig einige freundliche Einwohner kennen zu lernen. Skulduggery-Spiele können bei Tasmanian Travel und der Besucherinformation in Launceston, Ross, Oatlands oder Hobart und bei teilnehmenden lokalen Händlern erworben werden.
Longford liegt in der Nähe von Cressy, bekannt als der beste Ort in Australien, Forellen ganzjährig zu angeln. Von Longford oder Cressy aus kann man geführte Angel-Touren unternehmen, während der Familienurlaubsort Poatina Village, nur 15 Minuten entfernt von Cressy, an einem schönen Bergsee auf dem Weg Richtung Hobart liegt.
Sie werden die Gärten in und um Longford herum lieben. In kurzer Entfernung vom Ortszentrum liegen zwei herrliche Anwesen, die für Besucher geöffnet sind. Brickendon ist eine alte Arbeitsfarm, die über knapp zwei Jahrhunderte kontinuierlich von Mitgliedern derselben Familie bewirtschaftet wurde. Lassen Sie in den Gärten von Brickendon ihre Sinne schweifen, bevor Sie im Farmyard Village die Tiere füttern und sich mit Kolonialspielen die Zeit vertreiben.
Neben Brickendon liegt Woolmers Estate, das den National Rose Garden oder beherbergt – im Sommer wunderschön! Der hübsche Woolmers Hof besitzt eine ganze Reihe von Sammlungen, die die Familie Archer zwischen 1817 und 1994 angekauft hat. Sie bieten einen seltenen Einblick in sechs Generationen einer Familie. Es werden auch Führungen angeboten.
Nach Perth und Longford geht es über Epping Forest und Cleveland weiter nach Campbell Town. St. Andrew’s Inn in Cleveland ist ein Beispiel für eine typische Kutscher-Gaststätte des 19. Jahrhunderts, an der die Pferdekutschen auf dem Weg von Hobart nach Launceston hielten.
In Campbell Town, dem historischen Herzen Tasmaniens, werden Sie mehr als 100 hundertjährige Häuser entdecken. Genießen Sie die Schönheit der Stadt, während Sie sich eine Stärkung aus einem der vielen Lokale an der Hauptstraße gönnen. Auf einem Spaziergang am ruhigen Elizabeth River können Sie die Red Bridge sehen, die 1838 von Sträflingen aus über einer Million Backsteine erbaut wurde.
Campbell Town beherbergt ebenfalls den aus Backsteinen gebauten Convict Brick Trail. Jeder Stein steht für einen einzelnen Gefangenen. Nehmen Sie sich einmal die Zeit, den Weg entlang zu gehen und sich die Namen der Gefangenen, ihre Straftaten, das Datum und den Namen des Schiffes durchzulesen, mit dem Sie deportiert wurden. Sie sind herzlich eingeladen, einen Stein als Erinnerung an einen Gefangenen zu kaufen – ob er nun zu Ihrer Familie gehört oder Sie ihn nur gerade aus Sympathie adoptieren.
Alternativ können Sie auch das Heritage Highway Museum besuchen, das sich im alten Gerichtsgebäude befindet, um mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren. (Anmerkung für Angelfreunde: Im Osten von Campbell, am schönen Lake Leake, kann man sehr gut Forellen angeln.)
Der Heritage Highway bietet sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten, angefangen bei Bed & Breakfast in historischen Cottages und originalen Kutscher-Gasthöfen bis zu hin zu Motels, Hotels und Campingplätzen.

Nur zehn Minuten von Campbell Town entfernt liegt der zeitlose Ort Ross. Ein Spaziergang unter den riesigen englischen Ulmen, die die Hauptstraße dominieren, führt Sie vom Stadtzentrum aus zur berühmten Ross Bridge (1836), die ebenfalls von Sträflingen erbaut wurde und 186 komplexe Verzierungen besitzt. Einige sind Karikaturen von lokalen Persönlichkeiten der damaligen Zeit, wie z. B. der Gouverneur George Arthur.
Auch das nahe gelegene Frauengefängnis mit angeschlossener Fabrik sollten Sie nicht verpassen. Beim Skulduggery-Spiel „The Arch Villains“ können Sie etwas über beide Sehenswürdigkeiten erfahren.
Ross ist das Herz der weltberühmten tasmanischen Wollindustrie, die schon oft für ihre Ballen Superfine-Merinowolle ausgezeichnet wurde. Die Auslagen im Tasmanian Wool Centre’s Heritage Museum and Wool Exhibition umfassen Proben Superfine-Wolle sowie interessante Stücke aus einer vergangenen Ära. Machen Sie einen Rundgang durch das Museum und durchstöbern Sie die angebotenen Souvenirs aus hochwertiger Wolle.
In einer der Bäckereien oder Cafés oder in der Dorfkneipe lässt es sich auch vortrefflich speisen. Oatlands – etwa eine halbe Stunde südlich – bietet ebenfalls eine gute Auswahl an gastronomischen Möglichkeiten.
Auf dem Weg nach Oatlands sollten Sie eine Pause einlegen, um das alte Kutscher-Gasthaus in Tunbridge zu bewundern – inzwischen ein Privathaus. Die von Sträflingen erbaute Blackman’s River Bridge überspannt den River Tunbridge und geht auf das Jahr 1848 zurück. Sie ist die älteste hölzerne Spannbrücke Australiens und wurde während der ersten Besiedlungszeit als Treffpunkt für politische Exilanten aus Irland benutzt.
Oatlands zeichnet sich durch Australiens größte Ensemble von kolonialen Sandsteingebäuden aus. Die 87 Gebäude an der Hauptstraße bewahren dem Ort seinen ursprünglichen Charakter des 19. Jahrhunderts. Viele der Steine kommen vom Ufer des nahe gelegenen Lake Dulverton, eines von Menschenhand geschaffenen Sees in der Stadt, der heute Naturschutzgebiet ist.
Besuchen Sie hier das Heritage Highway Centre, um mehr über die Stadt und die Region zu erfahren und kaufen Sie das Skulduggery-Spiel „Forgery for Fools“.
Klettern Sie auf die Spitze der Callington Mill, einer Wasser- und Windmühle (die älteste Windmühle des Landes). Am Fuße der Mühle gibt es eine interessante Hörstation, die die Geschichte der Mühle erzählt.
Machen Sie sich am Nachmittag des zweiten Tages auf den Weg nach Hobart.
Etwa 30 Minuten abseits von der Hauptstrecke in Bothwell liegt der älteste Golfplatz der südlichen Hemisphäre, dessen Anfänge bis in die 1820er Jahre zurückreichen. Das Australasian Golf Museum ist berühmt für seine ausgezeichnete Sammlung, bekannt als die weltweit interessanteste nach dem schottischen St. Andrews. 53 denkmalgeschützte Gebäude stehen in Bothwell. Besonders sehenswert ist die Kirche St. Michaels and All Angels, die ein Kuriosum aufweist: einen Kamin!
Zurück auf der Hauptstrecke, von Reisenden leicht übersehen, liegt der kleine Ort Kempton – verpassen Sie die Ausfahrt nicht. Bei einem Spaziergang über die Hauptstraße der Altstadt kann man in einem Umkreis von 1 km weitere hübsche Kolonialhäuser, Cottages, Kirchen, Geschäfte und Kutscher-Gasthäuser entdecken.
Wenn Sie durch Mangalore und Bagdad fahren, sehen Sie am Straßenrand wunderschöne alte Häuser – Marlbrook, Oakwood, Wybra Hall und Shene (schon von weitem an seinen Giebeln und dem Uhrenturm erkennbar). Sie zeugen vom Reichtum der frühen europäischen Siedler in diesem Gebiet, den sie durch den Anbau von Getreide erlangten.
In der Nähe von Mangalore liegt eines der ältesten privaten Reservate Tasmaniens, das Chauncy Wildtierheim, ein sehr beliebtes Ziel für Buschwanderer, Naturforscher und Ornithologen. Da es nur am ersten Sonntag im Monat von 14-16 Uhr oder nach Voranmeldung geöffnet ist, könnten Sie alternativ weiter südlich im schönen Bonorong Park in der Nähe von Brighton, Tasmanische Teufel, Wombats, Schnabeligel, Beutelmarder und viele andere einheimische Tiere beobachten.
Von Mangalore aus machen Sie sich auf den Weg nach Pontville, wo es einige herausragende Beispiele der Kolonialarchitektur gibt, darunter Sandsteinkirchen, eine von Sträflingen erbaute Brücke, Hotels, Herrschaftshäuser und Arbeiterhütten. Werfen Sie einen Blick über den Straßenrand hinauf zu den Hügeln, wo sich weitere klassische georgianische Häuser befinden. Besichtigen Sie die schöne Kirche St. Mark’s (1839), die in einer klaren romanischen Architektur vom Gefangenen James Blackburn entworfen wurde. Spazieren Sie über den alten Friedhof, der vom Leid und Glück der frühen Siedler erzählt.
Anschließend fahren Sie über Brighton nach Hobart weiter.